Musaab Al-Tuwaijari *01.06.1987


Musaab Al-Tuwaijari: Psychologe im Psychosozialen Zentrum

Unser Rotkreuzler Musaab Sadeq Khaleel Al-Tuwaijari

  • Geboren am 01.06.1987 in Baquba im Irak
  • 2005 kam er zum Studium der Psychologie nach Deutschland
  • Arbeit in der Landesaufnahmestelle in Lebach beim DRK-Landesverband seit 2014
  • Ehrenamtliche Tätigkeit als Sprachmittler im Sommer/Herbst 2015
  • Seit 2016 Arbeit als Psychologe (B. Sc.) im Projekt HOPE
  • Er initiierte gemeinsam mit den Kollegen den Arbeitskreis „Interkulturelle Psychologie und Psychotherapie“
  • Neben der professionellen Arbeit beim Roten Kreuz hatte er eine künstlerische Seite. Er spielte selbst Theater und entwickelte eigene Theaterstücke: So schrieb er z.B. das Theaterstück „Ausgangssperre“, das auf einer Geschichte eines Freundes und seiner eigenen Erfahrungen basiert und das mit komischen aber auch absurden Szenen gestaltet ist.
  • Am 07. Juni 2017 ist er im Psychosozialen Beratungszentrum in Saarbrücken-Burbach im Zuge eines Beratungsgesprächs von einem Klienten getötet worden. Die sofort alarmierten Rettungskräfte konnten ihn leider nicht mehr retten.

Psychologische Betreuung und Begleitung von Migranten und Flüchtlingen

  • Die Psychologen helfen Jugendlichen und Erwachsenen nach der Ankunft in Deutschland bei der Bewältigung der belastenden Ereignisse in der Heimat und auf der Flucht.
  • Arbeitsschwerpunkte sind psychologische und psychotherapeutische Einzel- und Gruppenberatungen.
  • Durch Gruppenveranstaltungen helfen die Psychologen bei der Integration und Eingewöhnung in die Kultur in Deutschland.
  • Bei Bedarf wird an Therapeuten und andere Hilfseinrichtungen weitervermittelt.

Hilfe beim Ankommen in Deutschland

Im Sommer/Herbst 2015 hat er ehrenamtlich neu ankommende Flüchtlinge in der Landesaufnahmestelle in Lebach betreut und begleitet, da die arabische Sprache seine Muttersprache war. Eines Tages konnte er zufällig eine Unterhaltung zwischen mehreren Flüchtlingen anhören: So erzählte einer der neu angekommenen Flüchtlinge anderen voller Begeisterung, dass es in Deutschland für jedes Kind 900 € Kindergeld gäbe, was die anderen natürlich toll fanden. Musaab hat sich daraufhin in das Gespräch eingeklinkt, um dieses Gerücht aufzuklären. Er nutzte weiterhin die Gelegenheit, mit den Flüchtlingen über das Leben in Deutschland zu sprechen.

Er selbst hat sich sehr über diese Fehlinformation amüsiert und diese Geschichte gerne anderen Kollegen erzählt. Insgesamt war es immer wieder erstaunlich, welche Geschichten und Gerüchte in dieser Zeit über Deutschland im Umlauf waren und in welcher Geschwindigkeit sich diese über Länder und Kontinente hinweg durch Smartphone und Internet verbreitet haben.